LSG Bietigheim-Lauffen-Löchgau e.V.
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Eine Woche Alpensegelflug in Sisteron, Südfrankreich

Wir, d.h. 6 Mitglieder der LSG Bietigheim-Lauffen-Löchgau e.V., starteten am Freitag, den 22. März 2019, in das von Löchgau aus ca. 1000km entfernte Sisteron. Das liegt in den Französischen Seealpen, etwa 150 km nördlich von Marseille. Wir hatten 2 doppelsitzige und 2 einsitzige Segelflugzeuge dabei, die im Anhänger nach Sisteron gezogen wurden.

Unser Pechvogel bei der Anreise war unser technischer Leiter, der bei Karlsbad einen Platten am Hänger hatte. Auf der Strecke Grenoble – Sisteron durfte er dann noch zwei Stunden bei Kälte und Dunkelheit im Stau warten, bis der brennende Hänger eines Zirkus gelöscht war. Wir dagegen konnten kurz vor Grenoble ca. 100 Gleitschirme beobachten, die im Rahmen eines Wettbewerbs den Hang entlang flogen, ein buntes, beeindruckendes Bild.

Unser Quartier war wie jedes Jahr die Ferienwohnung bei Jean Marie am Rande von Sisteron.

 
 
 
 

Aber nun zum eigentlichen Thema, dem Segelfliegen in den Alpen. Wie läuft so ein Flugtag ab?

Nach dem Frühstück fahren wir zum 10 km entfernten Flugplatz, um am sogenannten Briefing teilzunehmen. Dabei wird das zu erwartende Wetter erklärt, ebenso Luftraumbeschränkungen durch Militär oder zivilen Luftverkehr. Anschließend werden die Segelflugzeuge aufgebaut und vorbereitet. Jetzt werden die Segelflugzeuge der Reihe nach von Schleppmaschinen in die Luft gezogen. Das Flugzeug schleppt uns dabei in 5 bis 8 min auf eine Höhe von 1000 bis 1300 m über Grund. Nach einem langen Flugtag werden dann am Abend die Flugzeuge gewaschen, teilweise wieder abgebaut und verstaut. In unserer Unterkunft zurück waren wir so gegen 19:00.

Auch andere Vereine aus Deutschland nutzen die Möglichkeit im März schon zu fliegen, es waren jeden Morgen um die 30 Segelflugzeuge am Start. Das Wetter meinte es gut mit uns, jeder Tag war fliegbar, die meisten Flüge länger als 5 h und bis auf einen Tag erreichten wir immer eine Höhe über 4000 m. Fast immer hatten wir sehr gute Sicht, aus einiger Entfernung war sogar der Mont Blanc zu erkennen.

Meist waren wir nördlich von Sisteron im Hochgebirge unterwegs, nur einmal flogen wir weiter südlich über die Verdun-Schlucht hinaus. Erstaunlich war die geringe Schneemenge in den Westalpen um diese Jahreszeit. An einem Tag konnten wir in eine Welle einfliegen. So eine Welle entsteht, wenn bei hoher Windgeschwindigkeit die Luft wegen eines Hindernisses, hier durch ein Bergmassiv, nach oben abgelenkt wird. Die Luft ist dabei trotz der hohen Windgeschwindigkeit sehr ruhig, wir sprechen von laminarer Strömung. Wir hatten Windgeschwindigkeiten bis zu 130 km/h. Die Piloten, die Sauerstoff dabeihatten, stiegen in der Welle auf nahezu 6000 m, darüber war der Luftraum leider für uns gesperrt. Die Außentemperatur betrug hier -30°C. Wer uns als Nichtsegelflieger beobachtet, bekommt Zweifel an unserer Temperaturregelung. Wir steigen bei nahezu 20°C in ein Cockpit, ziehen über den Pullover noch eine Daunenjacke, teilweise schon eine warme Mütze auf dem Kopf, mit Stiefeln, die beinahe Himalaya fähig sind. Aber es dauert keine 30 min und die Umgebungstemperatur beträgt weniger als -10°C.

Beeindruckend war auch das Adlerpaar, das mit uns in 4000 m Höhe kreiste, so nah waren wir diesen seltenen Vögeln noch nie.

Was reizt uns, diese „Strapazen“ auf uns zu nehmen? Zum einen ist in Deutschland wegen des Wetters zu dieser Jahreszeit meist noch kein Segelflug möglich. Zum anderen ist das Fliegen in den Alpen, vor diesem unbeschreiblichen Panorama so beeindruckend, dass man es fast nicht in Worte fassen kann.

Wir können hier im Flachland zwar keine Bergkulisse bieten. Aber wer mag ist gerne eingeladen, bei uns in Löchgau als Gast unsere ebenso reizvolle Landschaft von oben zu genießen und die Faszination Segelfliegen zu erleben.